Unsere Kirchen

St. Peter

Simarplatz 7, 50825 Neuehrenfeld, Köln 

Das sich rasant entwickelnde Ehrenfeld benötigte zum Ende des 19. Jh. eine weitere Pfarrkirche für die neu entstehenden Wohnviertel hinter dem Bahndamm. Am 29. 6. 1901 wurde der von Theodor Roß in neugotischen Formen geplante 'Dom vum Ihrefeld' geweiht. Wie die meisten Kirchenbauten des Historismus hat auch dieser einen städtebaulich herausragenden Ort erhalten. Als Standort wählte man eine Stelle an der Subbelrather Straße, richtete die Kirche entsprechend den Gegebenheiten des Platzes nach Norden aus und plante den 62 m hohen Südturm genau in der Achse der auf die Kirche zuführenden Platenstraße. Der eintretende Besucher erlebt bei der Betrachtung des Innenraumes einen anregenden Kontrast von Ruhe und Bewegung. Die großzügige neogotische Halle strahlt mit ihren hochgespannten Gewölben und der hellen Wandfassung Ruhe und Beständigkeit aus. Im positiv spannungsvollen Gegensatz dazu stehen die farbigen Fenster (1978, Hermann Josef Baum), welche voller Bewegung die vier Elemente veranschaulichen und den Raum in farbiges Licht tauchen. Im Chor und den Seitenchören befinden sich einzelne Holztafeln zweier ehemaliger neugotischer Altäre, eines Petrus- und eines Marienaltares, die in neuer Zusammenstellung an verschiedenen Stellen platziert wurden. Ein ähnliches Schicksal erlitt nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils auch der 1948 von Johann Hoffmann geschaffene Hochaltar, seine Kupfertafeln schmücken heute u.a. den neuen Zelebrationsaltar. Von dem Ehrenfelder Künstler Johann Hoffmann stammen auch der in Kupfertreibarbeit ausgeführte Kreuzweg und das Kreuz über dem Altar. In den Turmkapellen stehen weitere wichtige Andachtsbilder, besonders die neugotische Pietà mit wiederhergestellter Farbfassung ist erwähnenswert. Die Orgel entstand 1912 für die Abteikirche Marienstatt, wurde 1965 an die Pfarrei St. Peter verkauft, dort 1987 von der Firma Seifert umgebaut und mit einem neogotischen Prospekt aus den Niederlanden versehen. Sie besitzt drei Manuale und 46 Register. (Quelle)

St. Anna

Schadowstr. 47, 50823 Neuehrenfeld, Köln 

Mitten in Neu-Ehrenfeld findet man ein Stück Westfalen. Von der 1907/08 nach Plänen von Adolf Nöcker errichteten neuromanischen Basilika St. Anna war nach den Kriegszerstörungen nur der 56 m hohe Westturm erhalten geblieben und dieser hat sein Vorbild im Turm des Paderborner Domes. Nach den Kriegszerstörungen planten Dominikus und Gottfried Böhm hier ihr letztes gemeinsames Werk, das 1956 fertiggestellt wurde. Von außen sieht der Betrachter das über zwei konische Stützen leicht geschwungene Dach, welches über der großen Fensterfläche der Eingangsfront sehr leicht wirkt. Diese Gliederung setzt sich auch innen fort: Über den grazilen Stützen wölbt sich die geschwungene Betondecke einer dreischiffigen Halle. Der Kirchenraum ist beseelt von einer ungeheuren Leichtigkeit: Große Fensterflächen dominieren, die seitlichen streng geschlossenen Mauerflächen wirken wie aufgehängte Tücher unter dem schmalen, hellen Fensterband. Das Innere lebt von dem Licht, das durch das helle, silbrig-gold leuchtende Ostfenster mit der Darstellung des Himmlischen Jerusalems fällt. Gegenüberliegend stammen die Fenster (1983) seitlich des Altarraumes von Robert Rexhausen (links) und Hubert Schaffmeister (rechts). Von links oben nach rechts unten werden uns die sechs Tage der Schöpfung in Erinnerung gerufen. Bei einem Umbau des Altarbereiches entstanden 1973/75 gleichzeitig der Sakraments-Baldachin und der Tabernakel, beides Werke von Elmar Hillebrand, und mit vielen Ereignissen aus Altem und Neuem Testament geschmückt. In der Turmkapelle befindet sich eine schwarze Anna Selbdritt, ein Geschenk der Partnergemeinde in Tansania. Der Kreuzweg (1975-80) und das über dem Altar hängende Kruzifix sind Werke des Prager Künstlers Ludek Tichy. Letzteres verbildlicht den Satz Jesu: "Wenn ich am Kreuz erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen". Die Orgel mit 28 Registern wurde in den 60er Jahren für die evangelische Kirche in Halle/Westfalen gebaut und 1989 für St. Anna erworben. (Quelle)

St. Barbara

Rothenkruger Str. 2, 50825 Neuehrenfeld, Köln

Bereits seit 1917 gab es Überlegungen zum Neubau einer weiteren Kirche für die immer größer werdende Gemeinde St. Peter in Ehrenfeld, aber erst 1927 erhielt der Architekt Karl Colombo, der 1925 Nebengebäude für St. Peter errichtet hatte, den Auftrag. Bereits im Dezember 1928 konnte die fertiggestellte Kirche geweiht werden, der Ausbau der Unterkirche mit Krypta, Saal, Kindergarten und Jugendräumen erfolgte im nächsten Jahr. Obwohl die Bauformen sich in ihrer Schlichtheit deutlich vom Historismus der vorausgehenden Jahrzehnte distanzierten, war der Einfluss romanischer Formen in rundbogigen Fenstern und seitlichen Arkaden noch deutlich spürbar. Vieles davon ist bei den Umbauten nach dem Krieg (1965, Architekt Toni Wichterich) verloren gegangen. Viele der ehemaligen Bogenformen im Innenraum wurden eckig und der Chorneubau entstand auf rechteckigem Grundriss, die neue geknickte Holzdecke betont den veränderten Raumeindruck. Der Außenbau veränderte sich 1976 entscheidend, als die vorher weiß verputzten Außenwände rot verklinkert wurden. Nach dem Umbau wurden viele neue Ausstattungsstücke für die Kirche geschaffen. Die Fenster stammen von Franz Pauli (1965/66). Der Bildhauer Sepp Hürten entwarf und fertigte den Altar, das hinter dem Altar aufgestellte Sakramentshaus mit Baldachin (Bronze mit aufgesetzten Bergkristallen), den Ambo, das Altarkreuz, die Altarleuchter und den Kreuzweg. Der hölzerne Osterleuchter wurde bereits 1942 von Toni Zenz geschnitzt, auf dem umlaufenden Bildband sind zwölf alttestamentliche Szenen dargestellt, die zugehörigen zwölf Schriftstellen wurden früher in allen katholischen Kirchen in der Osternacht verlesen. Die Ikone der hl. Barbara aus dem 17. Jh. wurde 1987 gekauft, um endlich wieder ein Bildnis der Pfarrpatronin in der Kirche zu haben. Die Marienskulptur rechts neben dem Altar ist die Kopie einer mittelalterlichen Madonna aus dem Wiener Stephans-Dom. 1966 wurde die neue Orgel von der Bonner Firma Klais mit 29 Registern und zwei Manualen gebaut. (Quelle)