Eltern-Kind-Gruppen

An der Kirche St. Anna besteht seit vielen Jahren das Angebot der Eltern-Kind-Gruppen unter pädagogischer Leitung. Aktuell existieren acht Gruppen für eins- bis dreijährige Kinder sowie zwei Babygruppen (1. Lebensjahr).

Termine 

Montag (Gruppe 1)9:30 bis 11:00Sabine Matthias
Montag (Babygruppe IV)10:00 bis 11:30Birgit Aachen-Jünger
Dienstag (Gruppe 2)10:00 bis 11:30Sabine Matthias
Dienstag, Familienraum (Gruppe 3)9:30 bis 11:30Margret Kurth
Mittwoch (Babygruppe I) 9:00 bis 10:30 Birgit Aachen-Jünger
Mittwoch (Gruppe 4) 10:30 bis 12:00
Donnerstag (Babygruppe II) 9:30 bis 10:30
Donnerstag (Babygruppe III)
10:30 bis 12:00
Freitag (Gruppe 6) 9:30 bis 11:30
Freitag, Familienraum (Gruppe 7)9:30 bis 11:30Margret Kurth

Kontakt

Falls sie Interesse an unserem Angebot haben, melden sie sich bei Birgit Aachen-Juenger unter der Telefonnummer (0221) 555701 oder einfach per Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Das Konzept

Grundsätzliche Überlegungen

Die Arbeit der Eltern-Kind-Gruppen getragen von der Katholischen Kirchengemeinde St. Anna und dem Katholischen Bildungswerk Köln versteht sich als Angebot im Bildungsbereich.

Das Kursangebot soll in erster Linie die Familienmitglieder in ihren Bemühen unterstützen, ihr Leben als Einzelne und innerhalb des Familienverbandes sinnvoll zu gestalten.

Das Angebot der Eltern-Kind-Gruppen schafft Raum und Möglichkeiten für Eltern und Kinder, im gemeinsamen Erleben von einander und miteinander zu lernen. Es unterstützt eine partnerschaftliche Erziehung und ermöglicht im alltagsnahen Gedankenaustausch Lernen der Erwachsenen untereinander.

Zum einen haben die Mütter/Väter die Möglichkeit, durch gegenseitigen Erfahrungsaustausch, ihr eigenes Erziehungsverhalten zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen; zum anderen erfahren Eltern in der bewussten Begegnung mit ihren und anderen Kindern im Spiel neue bzw. andere Möglichkeiten des Umgangs miteinander. Hier in der Eltern-Kind-Gruppe wird nicht nur über erzieherisches Verhalten in unterschiedlichen Situationen diskutiert und theoretisiert, sondern hier werden Erfahrungen konkret erlebt, bewusst wahrgenommen und miteinander besprochen. Auf diesem Hintergrund sind die Eltern-Kind-Gruppen mit Ausnahme einer Baby-Gruppe (Mütter oder Väter mit Kindern bis zu 12 Monaten) altersgemischt angelegt.

Von Seiten der Gemeinde bedeutet die Existenz der Eltern-Kind-Gruppen zunächst die Schaffung eines Ortes zur Begegnung von Müttern und Vätern mit ihren Kindern außerhalb des häuslichen Bereiches. Die Gemeinde versteht dies als offenes Angebot an junge Familien, ohne dafür Gegenleistungen in Form von intensivem Engagement für die Gemeinde zu erwarten. Wohl aber eröffnet sie Chancen des druckfreien Mitlebens in der Gemeinde z.B. bei Kleinkindgottesdiensten, Pfarrfest, Trödelmarkt, Stammtisch, etc., sodass es zu einer Vernetzung der einzelnen Aktivitäten und Institutionen in der Gemeinde und im Stadtviertel kommen kann. Für viele junge Eltern, und erfahrungsgemäß vor allem für junge Mütter, ist das Bedürfnis nach Kommunikation und Zugehörigkeit zu einer festen Gruppe, und der Wunsch nach Kontakten für sich und für die Kinder Hauptmotivationspunkt, um an einer Eltern-Kind-Gruppe teilzunehmen.

Im Vordergrund steht daher die Begegnungs- und Kommunikationsmöglichkeit für Eltern und Kinder. Gemeinsames Spielen als solches wird ernstgenommen und nicht als Leistungstraining missbraucht. Die regelmäßigen Treffen der Eltern-Kind-Gruppe sollen für die Kinder eine Form von Lebensraum darstellen, in dem ihre Bedürfnisse ernstgenommen werden und auf ihre Persönlichkeit Rücksicht genommen wird.

Eine langfristige Begleitung der Gruppen durch pädagogische Mitarbeiter/innen kann einen Lernprozess in Gang setzen, der Eltern und Kindern die Möglichkeit gibt zu lernen, partnerschaftlich miteinander umzugehen, Bedürfnisse aufeinander abzustimmen, miteinander zu leben und soziales Verhalten in der Gruppe einzuüben. Die Eltern-Kind-Gruppenarbeit dient dem Ziel, die Familie als Ganze zu befähigen, ihre Erziehungsfunktion bewusst und reflektiert wahrzunehmen.

Zielformulierung für die Eltern

Der hauptsächliche Grund, weshalb eine Eltern-Kind-Gruppe besucht wird, ist der Wunsch nach Kontakt und Austausch mit anderen. Dieses Bedürfnis finden wir vor allem bei jungen Frauen, die wegen der Geburt eines Kindes ihren Beruf aufgegeben haben und sich nun sehr schnell im häuslichen Bereich isoliert fühlen. In dieser Situation bietet die Eltern-Kind-Gruppe die Möglichkeit, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Die Erfahrung, dass andere Mütter/Väter in der gleichen Situation sind, schafft Solidarität und Gemeinschaft. In Ausnahmefällen können auch Tagesmütter/-väter oder Au-Pair-Mädchen mit dem tagsüber zu betreuenden Kind in eine Eltern-Kind-Gruppe aufgenommen werden. Wobei bei Elternabenden in diesem Fall die Tagesmutter und die Mutter/der Vater teilnehmen sollen. Viele Eltern finden freundschaftliche Beziehungen in der Eltern-Kind-Gruppe, die über die wöchentlichen Treffen hinausgehen und zur gemeinsamen Gestaltung von Alltag und Freizeit und zur gegenseitigen Hilfeleistung in kritischen Situationen führen. Vor allem neu hinzugezogene Familien haben die Chance, durch die Teilnahme an den Eltern-Kind-Gruppen in eine Gemeinschaft hineinzufinden. Ein weiterer Grund, der Eltern motiviert, mit ihren Kindern an einer Eltern-Kind-Gruppe teilzunehmen ist das Bedürfnis, dem Kind neue Anregungen und Kontakte zu anderen Kindern zu bieten. Zunehmend befinden sich Kinder in der gleichen Situation, ohne Geschwister oder gleichaltrige Nachbarskinder, nur im alltäglichen Kontakt mit der Mutter bzw. dem Vater aufzuwachsen. Viele Eltern haben erkannt, wie wichtig es auch für Kleinkinder ist, andere Erwachsene und Kinder in engem Kontakt zu erleben. Je weniger Kontakt Kinder mit anderen Menschen haben, desto fixierter sind sie auf die Mutter und/oder den Vater und desto schwieriger wird sich die Ablösung von den Eltern gestalten. Daher bietet der Spielkreis ein gutes "Übungsfeld" für Eltern und Kinder, sich mit der Ablösung und den ersten Schritten zur Selbstständigkeit vertraut zu machen.


Durch das gemeinsame Erleben im spielerischen Umgang miteinander erhalten Eltern und Kinder Anregungen zur Erweiterung der eigenen Spiel- und Kommunikationsfähigkeiten. Das bewusste, positive Wahrnehmen der eigenen und der anderen Kinder relativiert überhöhte Erwartungen an der Leistungsfähigkeit und macht sensibel für die je eigene Persönlichkeit des Kindes.

Ein weites Ziel der Arbeit der Eltern-Kind-Gruppe ist, den Eltern ein Forum zu bieten, in dem sie offen über Probleme und Schwierigkeiten reden können. Junge Eltern fühlen sich heute durch widersprüchliche Erziehungsmodelle und Verhaltensvorschläge verunsichert, die von den eigenen Eltern, den Freundinnen/Freunden und Medien vermittelt werden. Die Entscheidung, wie und durch welches erzieherisches Verhalten die Kinder richtig oder falsch erzogen werden, müssen sie alleine treffen. In dieser Situation mit anderen zu diskutieren und gegensätzliche Positionen gemeinsam reflektieren zu können, kann dazu beitragen, Unsicherheiten abzubauen. Neue Sichtweisen kennenzulernen kann dazu führen, dass eigene Verhalten zu Überprüfen und zu verändern. Mit alltäglichen Problemen nicht alleine dazustehen, sondern mit anderen zu leben und das Wissen darum, dass andere die gleichen Probleme haben, kann davor schützen, unkontrolliert und unüberlegt zu handeln.

Die Eltern-Kind-Gruppen soll die Eltern bei der Gestaltung des Familienlebens unterstützen und Anregungen geben. Sie ist ein Forum für Fragen der Lebensgestaltung und der Frage nach dem Sinn -einschließlich religiöser Fragen- ohne dass es zu einer Vereinnahmung kommen darf.

Im Austausch der Eltern und Kinder untereinander sollen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und des bewussten Umgangs mit Jahreszeit und Festtagen im Jahreskreis aufgezeigt und geschaffen werden. Der Rückhalt in einer Gruppe bedeutet eine große Unterstützung für Mütter/Väter und Kinder, auf dem gemeinsamen Weg "Familie" leben zu lernen.

Dazu bietet die Eltern-Kind-Gruppe im Rahmen der Elternabende und beim Stammtisch Räume für Gespräche ohne Kinder, die die Bildung fördern.

Zielformulierung für die Kinder

Zunächst liegt das Hauptziel der Eltern-Kind-Gruppe darin, den Kindern den Kontakt zu Gleichaltrigen schon sehr früh zu ermöglichen.

Sie öffnet den Raum 

  • Kontakt zu anderen Kindern herzustellen, Spielfreunde/-freundinnen zu finden
  • anfanghaft den Kontakt zu anderen Erwachsenen herzustellen
  • soziales Verhalten in der Gruppe einzuüben
  • mit Konflikten umzugehen, sich darüber zu streiten und wieder zu versöhnen
  • Hilfe anzunehmen und zu geben
  • zu teilen, abzugeben, aber auch sich selbst zu behaupten
  • selbständiger und von der eigenen Mutter/dem eigenen Vater unabhängiger zu werden

Aber auch Freude am Spiel steht für die Kinder im Mittelpunkt der Treffen. Der natürliche Spieltrieb der Kinder wird gefördert, ihre Neugier geweckt und ihre Kreativität angeregt. Sei werden dabei motiviert, Eigeninitiative zu entwickeln und Neues auszuprobieren. Dabei erfahren die Kinder sich selbst und ihre Bedürfnisse als angenommen.

Die Eltern-Kind-Gruppe bietet ihnen einen größeren Spielraum und einen "anderen Lebensraum", in dem sie ihre Möglichkeiten haben: ihren Bewegungsdrang zu befriedigen ihre sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit zu erleben und auszubauen ihre Gefühle auszudrücken, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern

Der Umgang der Kinder miteinander in der Gruppe schafft einen Erfahrungsraum für die wesentlichen Regeln des Sozialverhaltens. Durch den intensiven Kontakt zu Gleichaltrigen lernen die Kinder, sich langsam und altersgemäß von den Eltern zu lösen.

Die Rolle der Leiterin

Die Leiterin sollte in der Regel eine pädagogisch geschulte Kraft sein. Ihr Arbeiten soll zielorientiert sein. In einigen Eltern-Kind-Gruppen hat sich gezeigt, dass es sinnvoll sein kann, wenn die Leiterin kein eigenes Kind zu betreuen hat. Wenn die Leiterin jedoch das eigene Kind mit in die Gruppe bringt, sollte vorher geklärt sein, wie sie ihre Aufgabe bewältigen kann.

 Während des Treffens hat die Leiterin folgende Aufgaben

  • Anregungen für das Spiel der Mütter/Väter mit den Kindern zu geben (Spielangebote und Material)
  • die Eltern und Kinder zu motivieren und zu aktivieren
  • das Geschehen bewusst zu beobachten auf besondere Situationen aufmerksam zu machen
  • durch eigenes Verhalten Beispiele zu geben

 

Die Leiterin übernimmt die Verantwortung für die Organisation der Gruppe, z.B. Raumgestaltung, Material- und Spielzeugbeschaffung etc.

Sie achtet darauf, dass die Bedürfnisse der Kinder ernstgenommen werden, abgesprochene Regeln und Grenzen eingehalten werden. Sie vermittelt bei Unstimmigkeiten.

Außerdem ist die Leiterin für die Einladungen zu den Elternabenden verantwortlich. Sie stellt Themen zur Auswahl und bereitet die Gestaltung der Gesprächsabende vor. Während der Elternabende übernimmt sie die Gesprächsleitung. Die Leiterin der Eltern-Kind-Gruppe sollte jedoch immer bemüht sein, die Eltern in die Verantwortung für das Gelingen der der Eltern-Kind-Gruppe miteinzubeziehen und Aufgaben und Funktionen zu delegieren. Sie sollte die Selbstverantwortung der Teilnehmer unterstützen und die Funktionsfähigkeit der Gruppe nicht von ihrem persönlichen Einsatz abhängig machen. Dort, wo es möglich und sinnvoll erscheint, sollte sie sich aus einzelnen Verantwortungsbereichen im Laufe der Zeit immer mehr zurückziehen und diese von Eltern übernehmen lassen.

Weiterbildung

Zum Anspruch der Eltern-Kind-Gruppe in St. Anna eine qualifizierte Eltern-Kind- Arbeit zu gewährleisten, gehört notwendigerweise ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch und eine Weiterbildung der Kursleiterinnen. Diesem Zweck dienen regelmäßige Dienstbesprechungen im Abstand von 4-6 Wochen. Diese Arbeitstreffen beinhalten zum einen den Erfahrungsaustausch untereinander und die Diskussion über Probleme und deren Lösung; zum anderen werden aber auch konkrete Themen erarbeitet und neue Spielanregungen miteinander erprobt, organisatorische Fragen geklärt und Vernetzung ermöglicht. Die Themen bestimmen die Leiterinnen. Zusätzlich zu den Dienstbesprechungen bietet das Katholische Bildungswerk auf Stadt- und Bistumsebene Fortbildungen an.